Ökumenische Vereinbarung zwischen der kath. Hl. Dreifaltigkeitsgemeinde, Offenburg, und der ev. Auferstehungsgemeinde, Offenburg

Präambel

  • Im Bekenntnis zur Taufe als dem gemeinsamen grundlegenden Band der Einheit in Jesus Christus,
  • getragen von der Bitte Jesu, „dass alle eins seien“ (Joh 17, 21).
  • im Glauben an Jesus Christus als Haupt der Kirche und Herrn der Welt auf der gemeinsamen Grundlage des Wortes Gottes, wie es die Heilige Schrift bezeugt,
  • auf der Grundlage des Glaubensbekenntnisses von Nizäa-Konstantinopel (381) als Auslegung der Heiligen Schrift,
  • in Erinnerung an die von der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese Freiburg 1999 unterzeichnete gemeinsame Erklärung,
  • ermutigt durch die gemeinsame Unterzeichnung der Charta Oecumenica auf dem ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 und durch die langjährige geschwisterliche Zusammenarbeit unserer beiden Gemeinden
  • verbunden und eingebunden in der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Offenburg“ (ACKO), die wesentliche ökumenische Aufgaben erfüllt, in der wir Mitglied sind und die von uns mit getragen und unterstützt wird,
  • verpflichten sich die evangelische Auferstehungsgemeinde in Offenburg und die römisch-katholische Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Offenburg zu weiteren Schritten auf dem Weg zur sichtbaren Einheit in einem Glauben und in der einen eucharistischen Gemeinschaft und unterzeichnen folgende Vereinbarung:


1.
Im ökumenischen Miteinander ist es wichtig, die geistlichen Gaben der verschiedenen christlichen Traditionen kennen zu lernen, sich davon bereichern zu lassen und so voneinander zu lernen. Daher verpflichten wir uns, das Leben unserer Gemeinden auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Arbeitsbereichen kennen zu lernen, einander zu möglichst vielen Gottesdiensten und Veranstaltungen einzuladen sowie regelmäßige Begegnungen zu vereinbaren. Wir wollen Selbstgenügsamkeit überwinden und mögliche Vorurteile beseitigen, die Begegnung miteinander suchen und füreinander da sein.

2. Unsere Ökumene lebt davon, dass wir Gottes Wort gemeinsam hören und den Heiligen Geist in uns und durch uns wirken lassen. Wir wollen den bisherigen Weg fortsetzen, durch Gebete und Gottesdienste die geistliche Gemeinschaft zwischen unseren Gemeinden zu vertiefen und die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi zu fördern. Wir verpflichten uns, auf der Grundlage der gemeinsamen Erklärung „Gottesdienst und Amtshandlungen als Orte der Begegnung“ füreinander und miteinander zu beten. Insbesondere laden wir uns gegenseitig zum Gottesdienst am Pfingstsonntag ein und geben am Festtag des Heiligen Geistes ausdrücklich Gelegenheit, Grüße der Schwestergemeinde auszurichten.
In unseren gottesdienstlichen Fürbitten gedenken wir jeweils zu den entsprechenden Festtagen der

  • Kommunionkinder am Weißen Sonntag
  • Konfirmanden
  • Firmbewerberinnen und Firmbewerber

3. Wir wollen als evangelische und katholische Pfarrei gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen verkündigen. Angesichts vielfältiger Orientierungslosigkeit, aber auch mannigfacher Suche nach Sinn sind die Christinnen und Christen besonders herausgefordert, ihren Glauben zu bezeugen. Dazu bedarf es des verstärkten Engagements und des Erfahrungsaustausches in Katechese und Seelsorge. Ebenso wichtig ist es, dass das ganze Volk Gottes gemeinsam das Evangelium in die gesellschaftliche Öffentlichkeit hinaus vermittelt wie auch durch sozialen Einsatz und die Wahrnehmung von politischer Verantwortung zur Geltung bringt. Daher verpflichten wir uns, auf folgenden Ebenen und in folgenden Arbeitsbereichen stets zu informieren und Absprachen zu treffen bzw. gemeinsam zu handeln:

  • Ökumene-Ausschuss (ÖkOst)
  • Ökumenische Bibelwochen im Januar jeden Jahres mit ökumenischen Gottesdiensten zu Beginn und zum Abschluss
  • Weltgebetstag
  • Ökumenischer Adventsabend
  • Gemeinsame Einladung zum „Hausgebet im Advent“
  • Wenigstens ein gemeinsames Klausurwochenende des Ältestenkreises und des Pfarrgemeinderates während einer Amtszeit der Gremien
  • Jährlich abwechselnde Gemeindefeste mit gegenseitiger Einladung.

4. Ökumene geschieht bereits in vielfältigen Formen gemeinsamen Handelns in der Erzdiözese Freiburg, in der Evangelischen Landeskirche in Baden und in unseren Gemeinden. Viele Christinnen und Christen leben und wirken gemeinsam in Freundschaften, in der Nachbarschaft, im Beruf und in ihren Familien. Insbesondere konfessionsverbindende Ehen und Familien müssen darin unterstützt werden, Ökumene in ihrem Alltag zu leben. Wir verpflichten uns, die Möglichkeit einer gemeinsamen Trauung konfessionsverbindender Ehepartner den Ebepaaren/Brautpaaren anzubieten und sie, wenn gewünscht, gemeinsam vorzunehmen (Formular C).
Wir verpflichten uns weiter, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu bandeln, wo die rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe des Glaubens dem entgegenstehen.
Insbesondere vereinbaren wir für unsere Pfarrgemeinde

  • gegenseitige Information bei Amtshandlungen, bei denen Glieder der jeweils anderen Konfession beteiligt sind.

5. Unsere in Christus begründete Zusammengehörigkeit und Einheit ist von grundlegender Bedeutung. Wir verpflichten uns, die Ökumenische Gemeinschaft im Dialog zwischen unseren Gemeinden gewissenhaft und intensiv fortzusetzen. Wenn Kontroversen in Fragen des Glaubens und der Ethik bestehen, wollen wir das Gespräch suchen und alle, auch strittige Fragen gemeinsam im Licht des Evangeliums und der Überlieferung unserer Kirchen erörtern.

6. Die Partnerschaft unserer Gemeinden ist offen für die Partnerschaft mit weiteren christlichen Gemeinden in unserer Region und an unserem Ort. Für die Aufnahme in die Partnerschaft ist allerdings Voraussetzung, dass die betreffende Gemeinde als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden - Württemberg angehört oder mit ihr in grenzüberschreitender Zusammenarbeit verbunden ist.

 

Abschluss:

 

Mit dieser Vereinbarung geben wir dem zwischen uns gewachsenen Miteinander einen verbindlichen Rahmen und verpflichten uns, dieses Miteinander auch weiterhin zu fördern und zu entwickeln. So suchen wir der Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst gerecht zu werden zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.